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Ausnahmezustand in Haiti! In der Hauptstadt Port-au-Prince sind schwere Unruhen ausgebrochen. Neben Chaos und Ohnmacht regiert jetzt auch die Angst: Einheimische, Retter und Journalisten werde unter Feuer genommen!
Die Polizei hielt Menschen davon ab in die Innenstadt zu gehen.
Ein Polizeibeamter sagte: „Sie schießen auf jeden, Journalisten, Polizisten.“
Am Alten Markt im Stadtzentrum gingen die Sicherheitskräfte mit Tränengas gegen hunderte von Plünderern vor. Mit Lastwagen fuhren die Sicherheitskräfte in die Menge und versuchten so, die Menschen auseinander zu treiben.
Verzweiflung, Wut und unfassbare Trauer beherrschen das Leben derjenigen, die das Erdbeben überlebt haben. 70 000 Leichen sind bislang aus den Trümmern geborgen worden – offiziell. 60 Prozent der Gebäude sind zerstört. Hölle Haiti!
Mindestens eine Viertelmillion Menschen wurden Schätzungen der UNO und haitianischen Behörden zufolge bei dem Beben der Stärke 7,0 verletzt, 1,5 Millionen sind obdachlos.
Erschütternde Szenen spielten sich in einem stark zerstörten Altenheim ab. Für die 85 überlebenden Bewohner gibt es weder Lebensmittel noch Wasser oder Arzneimittel. Ein Bewohner ist bereits gestorben, weitere werden unweigerlich folgen, wenn nicht unverzüglich Wasser und Nahrungsmittel in dem Heim nur gut einen Kilometer vom Flughafen entfernt eintreffen, wie Leiter Jean Emmanuel sagt.
Unterdessen hat die haitianische Regierung den Ausnahmezustand ausgerufen.
Nach einem Treffen zwischen Vertretern der Vereinten Nationen und Hilfsorganisationen wurde beschlossen, außerhalb der Stadt Flüchtlingslager zu errichten. Die Menschen, die bis jetzt auf Plätzen und in Parks kampieren, sollten dort hingehen. Die Gebäude in der Hauptstadt Port-au-Prince seien zu mehr als 60 Prozent zerstört oder schwer beschädigt. Die zerstörten Gebäude sollten eingerissen und der Schutt weggeschafft werden.
Wie viele Leichen sich noch darunter verbergen ist ungewiss. Schätzungen gehen von mindestens 200 000 Tote aus. Allein in einem eingestürzten Kinderheim in Port-au-Prince werden noch 500 verschüttete Kinder vermutet!
Derweil schlagen Voodoo-Priester des Landes Alarm. „Es entspricht nicht unserer Kultur, Menschen in Massengräbern zu begraben“, sagte der führende Priester Max Beauvoir bei einem Treffen mit Präsident Rene Preval. „Bei den Bedingungen, unter denen die Toten beigesetzt werden, fehlt der Respekt gegenüber der Würde dieser Menschen.“
Nach Angaben der Behörden wurden seit dem Beben am Dienstag mindestens 50 000 Opfer in Massengräbern beigesetzt.
Quelle: BIld.de
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