Hoffnung und Horror in Haiti

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Hoffnung und Horror in Haiti

Nach dem katastrophalen Erdbeben in Haiti am Dienstag liegen für die Opfer Trauer und Hoffnung nah bei einander: Während ein verschüttetes Mädchen (9) nach zwei Tagen unter den Trümmern starb, konnte ein Junge (2) wie durch ein Wunder lebend gerettet werden.

Für die kleine Haryssa Keem Clerge (9) kam jede Hilfe zu spät. Sie hatte eingeklemmt auf Hilfe gewartet, zwei Tage lag sie unter den Trümmern ihres Elternhauses in Port-au-Prince, klammerte sich an die Hoffnung auf Rettung. Sie weinte und schrie.

Nachbarn und Freunde der Familie hatten mit bloßen Händen versucht, den Schutt von Zementbauteilen und verbogenen Metallstangen wegzuräumen, um zu dem Mädchen vorzudringen. Ein Bergungsteam stand nicht zur Verfügung.

Sie kamen nahe genug, um der Neunjährigen Wasser zu reichen. Doch es reichte nicht!

Wenige Stunden später wurde der kleine Leib leblos aus den Trümmern gezogen. Die kleine Haryssa ist eines von zehntausenden Opfern der Erdbebenkatastrophe in Haiti.

„Da gibt es keine Polizei, da gibt es niemanden“, klagt die verzweifelte Patin, Kettely Clerge. Die Nachbarn müssen sie zurückhalten, als sie zum eingestürzten Treppenhaus des Gebäudes steigt und ruft: „Ich will sie sehen!“

Die Patin habe sich immer um Haryssa gekümmert, erklärt eine Nachbarin. Sie sei jeden Tag mit dem Mädchen zur Schule in der Vorstadt Petionville gegangen.

Nur einen Tag zuvor wurde die Mutter von Haryssa aus den Trümmern des Hauses gezogen. Jetzt liegt Lauranie Jean stöhnend in einem Zelt. Freiwillige Helfer reiben ihr eine Heilsalbe in die offenen Wunden.

Die Familie hat Zuflucht gesucht auf einem Spielplatz, aber die Hoffnung ist gering. Nachbar Bellefleur Jean Heber: „Haiti ist ein aufgegebenes Land.“

Doch neben Horror, Elend, Verzweiflung und lähmender Trauer gibt es auch Hoffnung in Haiti. Der Grund sind kleine Wunder wie die Rettung des zweijährigen Redjeson Hausteen Claude.

Der kleine Junge wurde ebenso wie Haryssa unter Trümmern seines Elternhauses begraben, als das Killer-Beben Port-au-Prince in Schutt legte.

Zwischen Staub und Gestein wartet Rejeson auf Hilfe. Er gewinnt den Kampf um sein Leben! Rettungsleute aus Spanien und Belgien können den Jungen lebend bergen.

Sein Vater Reginald kann sein Glück kaum fassen, als die Helfer das Kind scheinbar nahezu unverletzt aus den Trümmern tragen.

Der Zweijährige versteht kaum, was um ihn herum geschehen ist. Angst und Erschöpfung sind ihm anzusehen.

Doch als Mutter Daphnee die Hände nach ihrem Sohn ausstreckt, beginnen die Augen des kleinen Jungen zu strahlen. Symbol der Hoffnung aus der Asche: Er lächelt. Er lebt!

Quelle: Bild.de

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